JKA-Europacup 1. April 2017 in Sittard, Niederlande

Europameister im Team-Kumite Junioren DamenZuallererst ganz herzliche Gratulation an unser super Junioren Damen Team (Alma Polozani, Sanne Dokter, Drenusha Seidijaj, Leonie Isenegger), die sich mit Bravur und knallharten Zukis den Europameistertitel im Team-Kumite erkämpft haben – MEGA!

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Am Freitagmorgen 31. März 2017 trafen sich alle Athleten, Coaches, Schiedsrichter und Offizielle des SKR-Kaders bereits in aller Früh am Flughafen Zürich an der „Bye Bye-Bar“. Nach einem Cappuccino oder einer ausgepressten Zitrone (Coach-Spezialität) begaben wir uns zum Check-in und danach direkt zum Gate mit Anflugsziel „Düsseldorf“. Nach einem kurzen Flug wurden wir bereits von einem netten Herrn mit Rocker-Weste empfangen. Doch wie weiter?! Anscheinend in einem Mini-Van mit 12 Plätzen für 15 Leute, hm…
Ach was, da stand ein riesiger Car mit verstellbaren Sitzen und ganz viel Platz am Strassenrand, mit dem wir die restlichen Kilometer bis zum Hotel zurücklegen durften.

Im Hotel angekommen durften wir uns etwas ausruhen und verpflegen. Um 18.00 Uhr konnten wir im Nachbarhotel eine lockere Trainingseinheit absolvieren, um nach der Reise auf Betriebstemperatur zu kommen und den Muskeln etwas Bewegung zu gönnen. Das «Dojo» bestand dabei aus einem freigeräumten Hotel-Essaal inklusiv Cheminée und gemütlichen Knautsch-Sesseln für die Coaches; eine etwas ungewöhnliche, aber durchaus zweckmässige «Trainingshalle». Nach dem gemeinsamen Nachtessen und der Vergabe der Startnummern stand dann das Karate-Turnier im Vordergrund. Die Athleten gingen zurück ins Hotel um die letzten Vorbereitungen zu treffen und um genügend zu schlafen, während die Coaches und Schiedsrichter noch den morgigen Turniertag fertig planten.

Samstag 1. April 2017, und nein, natürlich kein Scherz! Der JKA-Europacup begann um 09.00 Uhr, doch wann kommt jetzt nun der Bus, der uns zur Sporthalle bringt? 07.40 ist Abfahrt… oder doch 07.15 (man munkelt, nicht bei allen im SKR seien die Englischkenntnisse auf dem besten Stand)? Macht nix, wie auch immer, wir haben es rechtzeitig geschafft und sind ready to rumble!
Als erstes durften die vier „Senioren“ Kurt, Benji, Kobi und Tobi in der Disziplin Einzel-Kata aufs Tatami treten. Kurt scheiterte nach einer guten Kata am späteren Finalisten aus Belgien, Benji unterlag trotz einer super Tekki Shodan seinem Gegner und Tobi konnte seine Trainingsleistungen nicht abrufen – also scheiterten die drei in der ersten Runde. Kobi gelang es, die erste Runde zu gewinnen und konnte auch in der zweiten Runde nur durch den Hauptschiedsrichter gebremst werden: Nach einem 2:2 entschied sich dieser aber leider gegen die Schweiz.

Danach ging es Schlag auf Schlag weiter, nun standen Leonie, Alma und Annalena auf dem Tatami. Alma hatte leider in der ersten Runde das Nachsehen und unterlag ihrer Gegnerin. Annalena gewann die erste Runde souverän und zeigte in der nächsten Runde eine gute Kata Kanku-Dai, leider hat es nicht ganz gereicht und daher war bei ihr das Turnier danach zu Ende.

Als letzte Schweizerin im Einzelkata war Leonie an der Reihe, mit ihrer Präsenz fegte Sie ihre Gegnerinnen bereits vor Beginn der Katas vom Tatami. Nach den Ausscheidungen war sie ganz klar verdiente Halbfinalteilnehmerin. Mit voller Konzentration und nach wie vor höchster Präsenz qualifizierte sich Leonie für den Final und es stand fest, dass Sie zu den Top 4 Kata Athletinnen ihrer Kategorie gehört – super Leistung!

Nach einer kurzen Verschnaufpause waren dann die Tatamis parat für die Kata Team Bewerbe. Das Kata Team (Benji, Kobi, Tobi) konnte sich gegen die anderen Teams nicht durchsetzen und so blieb die Finalteilnahme leider aus. Die Enttäuschung war gross, aber nichtsdestotrotz gewannen wir weiter an Erfahrung, auf die wir in den nächsten Wettbewerben bauen können.

Alma läutete nach der Mittagspause dann die Kumite Wettkämpfe ein. Sie fand zu Beginn leider nicht das richtige Rezept bzw.die richtige Distanz und unterlag ihrer Gegnerin. Für Drenusha startete der Wettbewerb mit einem Freilos, nach einem Hikiwake im zweiten Kampf und der anschliessenden Verlängerung hatte sie nur knapp das Nachsehen. Leonie fand nicht wie gewünscht in den Kampf, konnte aber trotzdem mit einem Punkt in Führung gehen. Im Verlauf des Kampfes hat sie sich jedoch bei einer seltsamen Bewegung am Rücken verletzt. Trotz Verletzung gewann Leonie den Kampf. Nach Rücksprache mit den Coaches und aufgrund des bevorstehenden Kata-Final trat Leonie im Kumite nicht mehr an und versuchte sich etwas zu erholen. Sanne startete mit einem Freilos in das Turnier und erkämpfte sich im zweiten Kampf den Sieg mit einem gut getimten Zuki. Im Viertelfinal lag dann das Wettkampfglück nicht ganz auf ihrer Seite und sie musste sich ihrer Gegnerin geschlagen geben. Trotzdem eine super Leistung und toller Kampfgeist!

Die Team-Kumite Kategorien liessen nicht lange auf sich warten und da durften unsere Ladies (Alma, Sanne, Drenusha und Leonie) in der ersten Runde gegen das Team aus Frankreich ran. Nun ja, das war eine klare Angelegenheit: Alma machte den Anfang und eröffnete mit einem Wazari. Doch man hat gespürt, dass sie damit nicht zufrieden ist und den direkten Ippon suchte – was ihr dann auch mit einem Ura-Mawashi-Geri sensationell gelang! Im zweiten Durchgang machte Sanne mit einem guten Kampf den Sack bereits zu, mit zwei tollen Wazari entschied sie den Kampf für sich und es war klar, die Ladies sind im Final! Drenusha hatte wohl den schnellsten Sieg in diesem Duell, ihre Gegnerin konnte aufgrund einer Verletzung nicht kämpfen, daher gewann Drenusha ihren Kampf innert Sekundenschnelle!

Während einer kurzen Pause vor den Finalkämpfen schwörte uns unser Coach Zoran nochmals auf die kommenden Kämpfe ein. Es gab nur eins -> Gold!
Zuerst durfte Leonie den Kata Final bestreiten. Sie zeigte eine kraftvolle, sehr athletische Kata Gojushiho-Dai und zog alle Blicke in der Halle auf sich. Vor der Entscheidung rief der Hauptschiedsrichter alle Schiedsrichter zusammen um etwas zu diskutieren… war es die Atmung, eine falsche Ausführung, oder hat sonst etwas nicht gepasst?! Wir wissen es nicht… Irgendwas scheint dem Herrn nicht gepasst zu haben, weshalb Leonie bei der Bewertung ziemlich hart abgestraft wurde und den vierten Platz errang. Trotz dieses Schiedsrichterentscheides kann Leonie mächtig stolz auf sich sein, die Teilnahme im Kata Finale und diesen mit einer tollen Vorstellung zu beenden ist eine riesen Leistung - Bravo!

Team-Kumite Finale: Schweiz gegen Deutschland. Alleine diese Paarung versprach ein spannendes Finale mit drei harten Kämpfen. Wieder machte Alma den ersten Kampf. Ihre Gegnerin wurde im Finale zuvor Einzel-Europameisterin der Juniorinnen. Wie wir Alma kennen war sie nicht wirklich beeindruckt von dieser Tatsache und zeigte mit einem top Kampf, agilen Bewegungen und knallharten Zukis, wer die Chefin auf dem Tatami war. Mit einem klaren Sieg fegte Alma die Europameisterin von der Kampffläche. Eins zu Null für die Schweiz!

Im zweiten Durchgang war dann Sanne an der Reihe, sie war sehr aktiv und deckte ihre Gegnerin unermüdlich mit Techniken ein. Der Kampf endete schlussendlich ohne Punkte - doch Sanne wurde für ihre Bemühungen belohnt und so stimmten zwei Schiedsrichter für rot! Zwei zu Null für die Schweiz! Im dritten und letzten Kampf war es dann Drenusha, die den Kampf diktierte. Nach einem sauberen Zuki ging sie mit einem Wazari in Führung und brachte diese dann auch ohne Probleme über die Zeit. Nach der im zweiten Kampf etwas umstrittenen Entscheidung folgte nun eine äusserst Merkwürdige. Trotz des 1:0 Vorsprungs von Drenusha entschieden die Schiedsrichter auf Hikiwake - Unentschieden. Dem Blick von Drenusha zufolge konnte man sehen, dass sie absolut keine Ahnung hatte was da vor sich ging. Ganz egal - die Ladies besiegten die Deutschen und werden Junioren EUROPAMEISTERINNEN am JKA Europacup in den Niederlanden. Super Leistung und ein toller Erfolg!

Mit der Siegerehrung im Anschluss wurden die Athleten und Athletinnen, allen voran die Kumite-Damen, würdig ausgezeichnet. Nach dem langen Tag freuten sich danach auch alle auf das Dinner und die Sayonara Party: Nach einem Outfit-Wechsel, etwas Schminke und Haargel trafen wir dann spätabends am Buffet ein - endlich Essen! Während die Jungs sich zuerst einmal die Bäuche mit drei, vier Tellern vollschlugen waren die Frauen bereits dabei, die Tanzfläche unsicher zu machen. Nach einer Weile und einer grossen Portion Mut und Können zeigte uns Kobi sein perfektes technisches Verständnis des Shiko-Dachis kombiniert mit traditionellen tamilischen Dance-Moves auf der Tanzfläche, ziemlich beeindruckend! Das war der perfekte Ausklang dieses für die einen mehr und die anderen weniger erfolgreichen Tages.

Am nächsten Morgen wurden wir mit einem tollen Frühstück verwöhnt und konnten so gut gestärkt die Heimreise antreten. Gemeinsam mit dem Team aus Schweden und etwas später mit den Norwegern ging es mit dem Reisebus zurück an den Flughafen in Düsseldorf. Von dort dann weiter nach Zürich wo sich dann unsere Wege trennten.

Mit dem Abschied ging ein ereignisreiches, lehrreiches und vor allem tolles Karate-Erlebnis zu Ende. Wir sind dankbar für diese Erfahrung, für die vielen Tipps und Inputs der Coaches und dem Austausch untereinander im Team.

Im Namen des SKR-Kaders
KATA-TEAM (Benji, Kobi, Tobi) & Coach Team (Zoran Ivetic & Hanspeter Rütsche)