Ippon Shobu Cup in Perugia (I)

Klein aber oho: Die Schweizer DelegationOder auf italienisch: 3° trofeo città di Perugia.

Anders als gewohnt und mit einer kleineren Truppe als sonst, flog das SKR-Team am Samstag, den 2. Februar 2018 nach Florenz. Das Ziel: Mehr Kampferfahrungen an internationalen Shotokan Wettkämpfen zu erhalten.

Die Truppe war wirklich klein: drei Sportler/innen; Damien Lakhdar, Alma Polozani und Drenusha Sejdijaj. Unsere zwei Schiedsrichter: Tommaso Mini und Lamberto Grippi, sowie unser Coach Daniel Lopez.

Doch obwohl wir so wenige waren, war die Stimmung nicht anders als gewohnt. Es wurde gelacht, Witze miteinander und voneinander gerissen und die Atmosphäre war familiär. Einige schliefen auf dem Hinflug, um Energie zu tanken, andere mussten die Truppe an das zwei Stunden entfernte Perugia bringen und wieder andere staunten über die Fahrweise der Italiener.

Fast am Ziel angekommen, konnten wir am späteren Nachmittag vom Gipfel des Berges in Perugia einen wunderschönen Sonnenuntergang geniessen. Im Hotel angekommen gab es einen kurzen Tenue-Wechsel und danach stiegen wir gleich wieder in unseren gemieteten Van. Leider kamen wir mit unserem grossen Van nicht durch die Gassen der Altstadt. Ein Einheimischer konnte uns mit seinem Talent im Rückwärtsfahren aus den engen Gassen befreien. Danach parkten wir den Van beim Dorfparklpatz und holten ihn erst wieder bei der Abreise.

Wenige Meter davon entfernt befand sich die Halle. Einen kurzen Blick wollten wir auf jeden Fall hineinwerfen. Unsere Erwartungen hielten wir vorsichtshalber tief, da niemand richtig wusste, was uns für ein Wettkampf erwartete. Erste Erkenntnis: Die Schiedsrichter waren auch im Gi, wahrscheinlich um selbst allzeit bereit zu sein. Unsere importierten Schiedsrichter wären mit dem gewohnten Anzug am nächsten Tag total overstyled.

Es gab nur zwei Kampfflächen und es waren nur die „jungen“ Sportler am Kämpfen. Wir Sportler hofften nur darauf, dass es am folgenden Tag etwas besser aussehen würde, da wir unser Feuer fürs Kämpfen entflammen wollten. Nachdem wir etwas Hallenluft geschnuppert hatten, gingen die Sportler und die Schiedsrichter noch was essen. Da die italienischen Schiedsrichter erst für sehr spät einen Tisch reserviert hatten, trennten sich die Sportler um früher ins Bett zu können. Denn es wurde ausser einer Brezel im Flugzeug nichts anders gegessen. Mit gefüllten Magen, was hätte es anders geben können als Pizza, und erschöpft von der Reise gingen wir zurück in das Hotel.

Obwohl niemand von uns in der Kata Kategorie angemeldet war, und somit niemand hätte früh aufstehen müssen, so taten wir das trotzdem aus Solidarität gegenüber unseren Schiedsrichtern. So war das Schweizer Team bereits um Morgenfrüh schon vollzählig in der Halle bereit. Angegebene Startzeit: Alma & Drenusha 14:00 Uhr, Damien 15:00 Uhr.

Die Halle war sehr kalt, glücklicherweise hatten wir uns in eine Ecke eingenistet, auf die von Aussen her durch das grosse Fenster etwas Sonne hinein schien. Manche unter uns, fanden die Betonbank und die Kälte noch bequemer als das Hotelzimmer und nutzten diese Zeit für einen tiefen Schlaf. Auch unsere Schiedsrichter sind sich mehr körperliche Arbeit gewohnt, jedoch durften sie später die interessanteren Kämpfe richten.    

Drenusha Sejdijaj und Alma Polozani machten den Sieg unter sich aus
Drenusha Sejdijaj und Alma Polozani machten den Sieg unter sich aus

Kurz vor 13.00 Uhr entschieden alle Schweizer Sportler sich nun langsam umzuziehen und sich in der kalten Halle aufzuwärmen. Vielleicht lag es an unseren knallroten Jacken, oder an unseren lauten Kiais, so genau wissen wir es nicht, aber die Italiener bemerkten uns schnell und konnten ihre Blicke kaum lösen. Wir nahmen an, dass Sie mit „Svizzera“ nicht gerechnet hatten.  

Als wir endlich alle umgezogen waren, gab es glücklicherweise auch gleich eine kleine Mittagspause, und so waren die Tatamis frei. Um wärmere Füsse zu bekommen und uns auf der Kampfläche etwas einzuleben, beanspruchten wir direkt ein Tatami. Für ca. 30 Minuten traute sich auch niemand das Schweizer Territorium zu betreten und den weiteren verfügbaren Platz zu nutzten.

Nachdem wir uns warm gemacht hatten, und Startbereit waren, wurden wir „gezwungen“ uns in Geduld zu üben. Aus geplant 14:00 Uhr wurde 16:00 Uhr und aus 15:00 Uhr wurde 17:00 Uhr…. Eine Kategorie nach der anderen kam an die Reihe… Aber die jeweilige unsere wurde einfach frech übersprungen und so verzögerte sich alles.

Bilanz 3/3 Kämpfern im Finale

Endlich durften wir auf die Kampffläche. Drenusha und Alma machten den Anfang. Beide kämpften sich bis ins Finale vor. Im Finale treffen Sie aufeinander. Kein leichter Kampf, beide kenne sich sehr gut und trainieren auch zusammen. Am Ende gewann Alma dank ihrem aufmerksamen Augen und perfektes Timing das Finale. Drenusha kämpfte in den Vorrunden sehr gut und zeigte was sie alles auf Lager hatte.

Damien Lakhdar siegt im Ippon Shobu Cup in PerugiaNun musste nur noch Damien kämpfen. Er war sehr motiviert und wollte unbedingt zeigen was er konnte, da er eine lange Pause hinter sich hatte und nun wieder zeigen wollte das er mit Kopf und Herz zurück auf der Wettkampfmatte ist. Souverän kämpfte Damien sich bis ins Finale vor. Die italienischen Gegner durften auf keinen Fall unterschätzt werden. Er hatte starke Gegner, aber er wollte beweisen, dass er stärker war. Bereits etwas angeschlagen und mit Schmerzen im Bein musste er im Finale nochmals alles geben!

Wie schon bei den Girls waren alle Augen auf den Schweizer gerichtet, als er wie ein Blitz den Gegner auf dem Boden brachte. Leider gab es keine Wertung. Doch nach etwas Aufbauzeit gelang es Ihm erneut seine Wurftechnik auszuführen und erhielt einen Ippon, womit er sich den Final-Sieg sicherte. Als ob das nicht schon genug Gewinn für die Schweiz war; die Bilanz 3/3 Kämpfern im Finale, nein noch was anderes wurde Gewonnen. Alle Sportler die an dem Wettkampf teilnahmen, nahmen an einer Verlosung teil. Ein Italienisches Touristenbüro verschenkte 1 Woche Ferien an einem Beliebigen Ort zur selbst gewünschten Zeit. Und wer hatte das Glück auf seiner Seite an diesem Tag? Der Herr unter den Schweizer Sportlern!

Die Sportler waren mit der Leistung zufrieden, der Coach war es auch und unsere Schiedsrichter konnten auch ihr Lob aussprechen. Nach der ‚‚Sayonara Party‘‘ gingen wir alle zusammen essen. Es war ein langer und anstrengender Tag und alle freuten sich auf ihren Schlaf. Am Montagmorgen trafen wir uns alle um 10.00 Uhr in der Lobby und machten uns auf den Weg auf Florenz. Da wir den Flug erst um 19.00 Uhr hatten, konnten wir noch ein bisschen die Stadt besichtigen. Das was wirklich ein schöner Abschluss, denn die Stadt ist sehenswürdig.

Am Flughafen angekommen, warteten wir auf unseren Flug. Um 19.00 Uhr trennten wir uns von Drenusha, da sie einen sechsmonatigen Aufenthalt in Düsseldorf antritt und deshalb direkt nach Deutschland flog.

Fazit vom Wochenende: Alles in allen sehr gut, natürlich nicht vergleichbar mit ESKA/WSKA aber für Trainingszwecke mehr als erfüllt.

Siehe mehr Fotos unter www.facebook.com/SKRfunKader/

Drenusha Sejdijaj
Alma Polozani