Reisebericht SKR-Japanreise 2016

Am Samstag 9. April war es endlich soweit. Besammlung am Flughafen in Zürich mit 24 Teilnehmern. Der Reiseleiter Hansjörg Osterwalder und seine Frau Priska begrüssten uns alle mit den letzten Reiseinfos.

Die 6. SKR-Japanreise in den Fernen Osten konnte beginnen! Unsere Gruppe war bunt gemischt mit Teilnehmern von verschiedenen Dojos. Vom KKL Lenzburg waren leider nur zwei Freiwillige mit dabei:  Philipp und ich.

Zum ersten Mal wurde die Reise nicht im Sommer durchgeführt, sondern bewusst im Frühling, in der Kirschblütenzeit. So waren die Temperaturen viel angenehmer mit ca. 25 Grad und die Tage meistens klar und ohne Dunst.

Erstes Etappenziel war Tokyo Narita Airport. Dort wurden wir von unserem japanischen Reiseführer Kobu Shinobu mit Schweizer Chäpli und Fähnli herzlich empfangen. Gleich ging es los, zur Besichtigungstour durch die Grossstadt Tokyo, Imperial Palace und Ueno Park, wo wir die ersten wunderschönen Kirschblüten bewundern konnten.

Danach erstes Mittagessen in Japan. Zum Einstieg gab es ein feines Buffet, so dass wir quer durch die japanische Küche alles probiert konnten. Das erste japanische Bier schmeckte dazu besonders gut. Anschliessend konnten wir nach der langen Anreise endlich in unserem Hotel einchecken. Den Nachmittag und Abend hatten wir zur freien Verfügung. Die meisten erkundeten das umliegende Quartier bis spät in die Nacht. Ich war mit Christian und Daniel, René und Monika unterwegs und wir besuchte Akira Sensei an seinem Arbeitsplatz im Armani Haus. Später am Abend trafen wir Ihn mit Sensei Fujimura, Mini Tommaso und Claudia zum gemeinsamen Nachtessen.

Die nächsten drei Tage verbrachten wir mit verschiedenen Besichtigungstouren in Tokyo. So hatten wir genügend Zeit die Stadt kennen zu lernen und am Abend jeweils was Essbares zu suchen. Nudelsuppen und Reisgerichte werden neuerdings draussen im Schaukasten ausgelesen und dann im Automaten daneben per Nummer-Eingabe bezahlt. Erst dann geht’s mit dem Beleg in die Imbissstube an die Küchenausgabe zur Bestellung.

Die diversen Ausflüge führten uns zuerst zum Hamarikyu Garden, wo Gregor Hermann schon auf uns wartete. Danach weiter mit eine Schiff auf dem Sumidafluss nach Asakusa zum Sensoji Tempel. Zum Tagesabschluss besuchten wir noch den berühmten Tokyo Skytree Tower mit einer Höhe von 634 Meter.

Am nächsten Morgen ein weiterer Ausflug mit dem Bus nach Nikko zur wunderschönen Tempelanlage Toshogu Shrine wo die drei Affen abgebildet sind: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Unterwegs machten wir einen Mittagshalt am Chuzenjiko See, bei wolkenlosen Himmel und angenehmen 20 Grad. Später einen Spaziergang zu den imposanten Kegon Wasserfällen.

Der letzte Ausflug brachte uns per Bus zum Meiji Jingu Shrine und dem Governors Building. Die Abende widmeten wir ausgiebig dem Nachtleben von Tokyo. Am letzten Abend in Tokyo erlebten Philipp und Ich, einen ausgiebigen Sake Abend mit einheimischen Boys und Girls.

Am sechsten Reisetag ging es weiter per Bus nach Kamakura und Hakone. In Kamakura besuchten wir im Engakuji Tempel das Stone Monument von Gijin Funakoshi. Und danach im Kotoku-In Tempel die berühmte ca. 14 m hohe Buddha Statue aus Bronze, wo man auch das Innenleben Besichtigen konnte. In Hakone machten wir einen Ausflug per Schiffs auf dem Ashi Cruzing See bei toller Gewitterstimmung. Von hier aus sollten wir zum ersten Mal den Mount Fuji sehen. Es hatte aber leider zu viele Wolken. In den Bergen Hakones übernachteten wir in einem sehr schönen, modernen Onson Hotel, wo wir unser erstes ausgiebiges japanisches Bad geniessen durften. Zuerst erhielten wir eine lustige Einführung und Instruktion von unserm lokalen Guide Kobu, wie der Mann das weisse Tüchlein zu benutzen hat. Bei der Instruktion für die Dame kam er aber ganz schön ins Stottern.  Beim traditionellen Nachtessen im Hotel durften alle Teilnehmer in Ihren farbigen Jukatas zum Essen erscheinen. Wir sahen aus wie eine echte japanische Gesellschaft, nur die die Augen und Stimmen passten nicht ganz dazu.

Am siebten Reisetag ging es weiter mit dem Bus bis zur Odawara Station. Von da mit dem JR Schinkansen-Kodoma Zug nach Kyoto. Ganz schön beeindruckend wie schnell (ca. 400 Km/h) wir da an der Landschaft vorbeisausten. Auf der Fahrt hatten wir endlich einen wunderschönen Blick auf den Mount Fuji. In Kyoto angekommen, machten wir eine weitere Besichtigungstour zum Kiomizu Tempel und in die Altstadt Gion Area und Higashiyama. Unterwegs sahen wir auch die längste Aneinanderreihung von Getränkeautomaten, bis 10 Stück. Vom Hotel im Stadtzentrum aus erkundeten wir am Abend die langen bunten Shoppingmals mit all den vielen feinen Restaurants. Da konnten wir fast alles zum Essen ausprobieren wie Sushi, Sashimi, Sukyaki und Shabu-Shabu, die Klassiker der Japanischen Küche. Meistens kosteten wir dann zum Schluss noch eine Runde Sake (oder mehr !).

Die nächsten drei Tage machten wir weitere Besichtigungstouren in Kyoto und Umgebung. Die Tempelanlagen Ninnaji , Ryonanji (Steingarten), Kinkakuji (Golden Pavillion) und Ginkakuji (Silber Pavillion), dann Nijo Castle und eine Fahrt zur Arashiama Brücke. Am folgenden Tag keine Sonne, Regen pur, da passte die Teilnahme an einer traditionellen Tee-Zeremonie sehr gut ins Programm. Nächster Höhepunkt, Besuch des Fushimi Inari Shrine und eine Fahrt nach Nara zum Todaiji Tempel, Kasuga Shrine und den Nara Hirsch Park.

Anschliessend fuhren wir von da aus weiter bis hinauf zum Mount Koya, wo wir zwei Nächte in einem Buddhistischen Kloster übernachteten. Der erste Morgen startete früh mit dem zelebrieren einer buddhistischen Frühmesse. Nach dem japanischen Frühstück ging es weiter mit einer Besichtigungstour von Mount Koya und der Umgebung Garan, Kongobuji Tempel und dem Besuch im Okuno-In. Zurück im Kloster gab es weitere Highlights, eine Einführung zum Sutrakopieren und eine Zazem Meditationssitzung mit Instruktionen direkt vom Apt des Klosters.

Am zwölften Reisetag ging es per Bus weiter nach Osaka, wo Sensei Fujimura beim Mittagessen auf uns wartete. Anschliessend hatten wir zu Fuss eine sehr interessante Osaka Castel Panoramatour mit Ihm. Am Abend war es dann soweit, für unser erstes Karate Training in Japan beim Osaka Schloss im Dojo, wo Sensei Fujimura trainiert. Dort in der Halle sahen wir, wie Kendo und Judo trainiert wurde. Unser Karate Training war dann sehr traditionell mit all den vielen japanischen Senseis. Zum Ende hin war das Training so schweisstreibend, dass der ganze Holzboden klitsche nass und rutschig wurde.

Am dreizehnten Reisetag fuhren wir mit dem JR Shinkansen-Schnellzug nach Hiroshima. Zum Mittagessen kosteten wir das berühmte lokale Gericht Okonomi-Yaki, mit spektakulärer Zubereitungsshow (ein Genuss!). Danach besuchten wir den Hiroshima Peace Memorial Park mit dem Atomic-Museum. Das war für alle beeindruckend und stimmte uns nachdenklich. Später ging es weiter per Bus bis zum Aki Grand Hotel am Strand, gegenüber von der Insel Miyajima. In dem  Hotel konnten wir ein weiteres Mal vor dem Nachtessen das tolle japanische Onson Bad geniessen.

Am vierzehnten Reisetag fuhren wir mit der Fähre zur Miyajima Insel. Da verbrachten wir den Vormittag mit  Inselerkundung und dem Besuch des Itsukushima Shrines. Ein idealer Platz um die letzten Souvenir einzukaufen und die frei herumlaufenden Rehe und Hirsche zu streicheln. Am Mittag fuhren wir mit dem Zug schon wieder zurück nach Osaka. Gleich nach der Ankunft im Hotel ging es per U-Bahn weiter zu unserem letzten Karate Training mit der lokalen Gruppe. Als tolle Überraschung wurden wir in der grossen Turnhalle mit einem Spruchband, von Kindern gemalt  “Welcome SKR Karate Team“ empfangen. Nach der offiziellen Begrüssung und ein paar Trainingseinheiten mit dem Bruder von Sensei Fujimura, fand eine ausführliche Karate und Kendo Demonstration der lokalen Gruppe statt. Die Kendo Vorführung war sehr beeindruckend: mit grösster Präzision wurden mehrere gerollte Bambusmatten mit dem Katana gleichzeitig durchgeschnitten. Nach der Veranstaltung ging es weiter zu Fuss zur traditionellen Sayonara Party mit Abendessen in einem nahen Tischgrill-Restaurant. Das war ein toller Abend und ein sehr schöner Ausklang zum Abschluss der Japanreise.

Schlussendlich letzter Reisetag und zugleich die offizielle Abreise vom Flughafen Osaka. Nach langem Warten beim Check in und danach im Flugzeug gab es plötzlich ein paar sonderbare Geräusche und Bewegungen am Flugzeugrumpf. Nach zwei langen Stunden warten im Flieger kam die Durchsage vom Piloten: Abbruch der Übung und alle zurück in den Terminal zur erneuten Einreisen nach Japan!

Der Grund war ein defektes Vorderrad, entstanden beim Andocken des Tracks beim Zurückschieben. Zusätzlich musste einer der Piloten mit Herzproblemen notfallmässig ins Spital gebracht werden, was wir aber erst am nächsten Tag erfuhren. Nachdem wir alle wieder unser Gepäck eingesammelt hatten, versuchten wir im oberen Stock erneut einzuchecken, wie uns gesagt wurde. Die Organisation vor Ort war aber so schlecht, dass auch das nicht klappte. Spät abends fuhren wir zurück in die Stadt Osaka für ein zusätzliche Nacht im Hotel, die wir auch selber organisierten.

Am nächsten Tag, es war bereits Sonntag, endlich der Abflug Richtung Europa. Wegen weiterer Verspätungen gab es noch eine Zusatznacht in einem Hotel am Frankfurter Flughafen. Montagmorgen dann die Ankunft in der Schweiz. Wir waren alle glücklich und zufrieden endlich wieder zurück zu sein, nach einer sehr schönen und eindrucksvollen Japanreise! Es bleiben vielen tolle Eindrücke und tausende von Fotos…

Und ein Dankeschön an die tolle Reiseleitung von Hansjörg Osterwalder und seiner Frau Priska.

Ruedi Cahenzli, Karate-Kai Lenzburg

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