Die diesjährige JKA-Europameisterschaft mit 23 Nationen und 381 Wettkämpferinnen und Wettkämpfer fand im malerischen Bergen statt.
Die Stadt im Süden Norwegens beeindruckt mit ihren farbenfrohen Hansehäusern - seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe - und der Nähe zu den berühmten Fjorden. Trotz Streik des Hotelpersonals sowie kaltem, nassem Wetter reiste die Schweizer Delegation problemlos an. Bereits am Donnerstagabend konnte das Team die Sporthalle besichtigen und dort trainieren. Unsere beiden Schiedsrichter, Tommaso Minì und Lamberto Grippi, waren sogar einen Tag früher angereist und schon im Einsatz.
Das Team startete dieses Jahr etwas geschwächt ins Turnier. Sana Oubaoune, Celina Bachmann und Nora Haag konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht teilnehmen. Damit konnten zwei wichtige Titel aus dem Vorjahr – Kata Senior JKA-Europameisterin (Nora) und Kumite Cadet JKA-Europameisterin (Sana) – nicht verteidigt werden. Dennoch waren unsere Athletinnen und Athleten wie immer topmotiviert.
Erster Wettkampftag
Valeria Barnetta und Ilija Sirovina starteten stark in die Meisterschaft. Valeria verpasste das Halbfinale nur knapp, während Ilija sich in einem hochklassigen Halbfinale geschlagen geben musste. Am Ende erreichte er einen sehr guten 5. Platz in Kata Male Juniors.
Für ein Highlight sorgte Nourden Oubaoune. Wenn schon seine Schwester Sana keine Medaille holen konnte, wollte er es richten – und das tat er und gewann Silber im Kumite Youth nach einem unglücklichen, aber starken Finalkampf.
Die weiteren U18-Athletinnen und -Athleten: Leana Qorraj, Riana Zeqa, Samira Ancarola, Aaron Saladin und Nico Glauser hatten leider kein Wettkampfglück und schieden in den Vorrunden aus.
Zweiter Wettkampftag
Am Samstag griffen Yanic Isenring und Arben Mustafi ins Geschehen ein. Yanic zeigte souveräne Leistungen und starke Katas, erreichte das Halbfinale und belegte am Ende den 5. Platz in Kata Male Seniors.
Arben traf bereits früh auf den späteren Europameister. Beide zeigten beeindruckende Katas, sodass eine zweite Runde notwendig wurde. Trotz Niederlage darf Arben mit seiner Leistung sehr zufrieden sein – es fehlt nur noch ein Quäntchen Glück für den ganz grossen Durchbruch.
Im Einzelkumite schaffte es dieses Jahr leider niemand über die Vorrunden hinaus – weder Lilofee Kuster, Diellza Sejdijaj, Selin Bagderelli, Zora Schöpflin, Linus Meyer, Regö Varga, Mico Ilic, Noah Loser, Sandro Tartaglia noch Simo Ilic. Am nächsten an das Halbfinale kam Noah, dem nur noch ein letzten Kampf hätte gelingen müssen.
Im Team-Kumite Herren galt es, den letztjährigen dritten Platz zu verteidigen. Unser Elite-Team (Mico, Simo, Sandro, Noah) kämpfte sich durch harte Begegnungen und gewann im Halbfinale gegen Dänemark in der Verlängerung mit 2:1. Im Finale unterlag das Team Tschechien, zeigte jedoch grossartigen Kampfgeist bis zur letzten Sekunde und holte verdient Silber.
Auch die Kumite-Damen standen ihren Kollegen in nichts nach. Diellza, Selin und Zora dominierten – wie schon bei WSKA und ESKA – und besiegten zunächst Belgien, dann Deutschland. Im Finale trafen sie auf das starke norwegische Heim-Team. Trotz beeindruckender Leistungen reichte es knapp nicht zum Titel, aber der 2. Platz war mehr als verdient.
Ein besonderes Dankeschön gilt Headcoach Daniel Lopez. Seit Jahren leistet er Herausragendes für unseren Verband. Dieses Mal betreute er als einziger Coach die sechstgrösste Delegation – eine Mammutaufgabe, die nur dank der Unterstützung der erfahrenen Athleten zu bewältigen war. Wenn jedoch beide Elite-Teams gleichzeitig im Finale stehen, wird die Belastung enorm.
Fazit
Die Schweizer Delegation zeigte an der JKA-Europameisterschaft 2026 eine starke Gesamtleistung:
- 3 Silbermedaillen
- 2 fünfte Plätze
Ich gratuliere allen Athletinnen und Athleten herzlich zu ihren hervorragenden Leistungen. Ihr habt Einsatz, Teamgeist und Kampfwillen gezeigt. Viele Nationen beneiden uns um diesen Teamspirit. Darauf dürfen wir alle stolz.
Marc Meienberger
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